Integratives TherapiezentrumDialog Westerkappeln / Lotte

Demenz-Beratungsstelle

Vergiss mein nicht -
Miteinander kommunizieren

Beratungsstelle für an Demenz erkrankte Menschen und ihre Angehörigen im Förderzentrum Dialog

 

Beratungsstelle Vergissmeinnicht


I. Leitgedanken

Die ambulante Beratungsstelle für an Demenz erkrankte Menschen und ihr Angehörigen wurde im April 2012 im Förderzentrum Dialog Westerkappeln e.V. eröffnet.

Im Unterschied zu vorhandenen Beratungsstellen, deren Schwerpunkte auch auf den Themen (Pflege-) Hilfen im häuslichen Bereich und Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung liegen, liegt ein wesentlicher Schwerpunkt auf dem Bereich Sprache und Kommunikation. Ein grundlegender Gedanke bei der Projektgründung war es, eine Möglichkeit zu eröffnen, die sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten sowie das Selbst-Bewusstsein, der an Demenz Erkrankten so lange wie möglich aufrecht zu erhalten und damit die Kommunikationsfähigkeit und die Teilhabe am sozialen Leben so lange wie möglich zu realisieren.

(Luise Lutz, Klinische Linguistin)

 

Kommunikationsstörungen gelten heute als häufiges Frühsymptom von Demenzerkrankungen. Schon zu Beginn der Erkrankung können Sprachstörungen das klinische Bild auf charakteristische Weise prägen. Typisch sind Wortfindungsstörungen, den roten Faden im Gespräch verlieren, Sprachverständnisschwierigkeiten. Die Symptome führen zum Rückzug und in Folge zur eingeschränkten Teilhabe am sozialen Leben.

Die Mehrzahl der an Demenz erkrankten Menschen (bis zu 80%) leben im häuslichen Umfeld. Die Angehörigen müssen in das Beratungsnetz einbezogen werden, um die häusliche Pflegesituation und die Lebensqualität aller Beteiligten zu verbessern.

Auch für Angehörige wird die Kommunikation schwierig, wenn Vater oder Mutter die Orientierung verlieren, sich in der Welt nicht mehr zrecht finden, aus Hilflosigkeit vielleicht mit Vorwürfen oder Beschuldigungen reagieren. Es entsteht eine Spirale aus Hilflosigkeit und Aggression. Beratungen und Hilfestellungen in den Bereichen Alltagsbewältigung und Kommunikationsstrategien können die Lebensqualität für Betroffene, Angehörige und Pflegende qualitativ verbessern.
Zugleich könnte durch die "Verzögerung der Verschlechterung der Erkrankung" der Aufenthalt der Betroffenen im häuslichen Umfeld verlängert und der Heimaufenthalt verkürzt werden.

II. Angebote der Beratungsstelle Vergissmeinnicht
Die Beratungsstelle ist einmal wöchentlich geöffnet, bei Bedarf können Termine telefonisch verabredet werden.

Die Angebote der Beratungsstelle "Vergissmeinnicht" richten sich an Menschen mit dem Krankheitsbild Demenz, bzw. an Menschen mit der Befürchtung, erkrankt zu sein, und an die Angehörigen. Die Inhalte der Beratung sind nicht thematisch begrenzt, es ist vielmehr eine "erste" Anlaufstelle bei Fragen und Unsicherheiten.

Je nach Bedarf findet eine individuelle Beratung statt, beispielsweise zum Krankheitsbild, zum möglichem Krankheitsverlauf, zur Alltagsbewältigung oder zur Umweltanpassung (Sicherhheit) und zu Kommunikationsstrategien.
Ein wichtiges Thema für Angehörige ist immer wieder die Frage, wie erlebt ein an Demenz erkrankter Mensch die Welt (Wahrnehmung und Orientierung). Zu allen relevanten Themenbereiche ist Informationsmaterial vorhanden. Auf Wunsch können Räumlichkeiten für eine Selbsthifegruppe zur Verfügung gestellt werden, die Einrichtung einer Selbsthilfegruppe kann bei Bedarf begleitet werden.

In der Beratungsstelle kann keine Demenz diagnostiziert werden, bei noch nicht geklärtem Krankheitsbild wird an den Hausarzt verwiesen, der die nächsten Schritte einleitet.
Geleistet werden kann im Rahmen einer Erfassung des Sprachstandes die Einschätzung der sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten.

Kurz- und langfristig ist Öffentlichkeitsarbeit ein relevantes Aufgabengebiet der Beratungsstelle. Je mehr das "die Demenz" entabusiert wird, um so einfacher wird die Lebensgestaltung für Betroffene und ihre Familien.

Für Interessierte besteht das Angebot an einem mehrwöchigem Gruppentraining: NEUROvitalis ist ein umfassendes neuropsychologisches Training speziell für ältere Menschen, die mental beweglich bleiben und etwas gegen den geistigen Altersabbau unternehmen möchten. Es eignet sich außerdem für Personen, die unter leichten kognitiven Einschränkungen bzw. neurologischen/psychiatrischen Erkrankungen leiden. Kleine Gruppen mit bis zu acht Teilnehmern trainieren Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Denken und Planen sowie sprachliche Fähigkeiten. Die Teilnehmer lernen, wie das Gehirn arbeitet und welche Möglichkeiten sie haben, seine Funktionsweise durch Lern- und Merktechniken zu optimieren.

III. Vernetzte Beratungsstelle

Bei der Konzepterarbeitung war es ein Ziel, Kooperationspartner zu gewinnen, um in unserer kleinen Ortschaft Westerkappeln ein Netzwerk Demenz zu initiieren.; -kurze Wege für Betroffene und Angehörige. In Westerkappeln und näherer Umgebung exisiert kein vergleichbares Angebot, ein Umstand, der die Relevanz einer örtlichen Beratungsstelle unterstreicht. Es bleibt ein Ziel, die Vernetzung auszuweiten.

Wir kooperieren mit einem örtlichen ambulanten Pflegedienst, mit einer örtlichen Tagespflege und einer örtlichen Kurz- und Langzeitpflege. Für medizinische Fragen steht uns ein Arzt zur Verfügung.

So werden beispielsweise Fragen zu vorhandenen örtlichen Betreuungsleistungen, wie Pflegeleistungen und deren Finanzierung, nicht inhaltlich vertieft, sondern an etablierte Beratungsstellen und Einrichtungen in Westerkappeln und Umgebung verwiesen.


Ansprechpartner für den Bereich Westerkappeln: Karl-Heinz Homburg

Ansprechpartnerin für den Bereich Lotte: Sabine Traeger

Ansprechpartner

Herr Karl-Heinz Homburg
Leitung Förderzentrum DIALOG e.V.
Fon: 05404 950673

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Frau Sabine Traeger
Leitung Praxis Logopädie GbR | staatlich anerkannte Logopädin
Fon: 05404 950673 Westerkappeln | 05404 9846158 Lotte

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